Bekleidung im Wandel der Zeit


Die Mode unterlag im Laufe der Jahrhunderte einem steten Wandel. Mittelalterliche Ober- und Unterkleider diente nicht nur dem Erhalt der Körperwärme, sondern zeigten auch Standesunterschiede deutlich an. Die eng am Körper liegenden Strümpfe des Mannes wurden Beinlinge genannt. Am Fuß trug der einfache Bürger Sandalen oder man ging barfuß. Adelige schmückten ihren Fuß mit Schnabelschuhen. Mäntel waren zu jenen Zeiten, als Göthe noch lebte, eher wärmende Umhänge, die mit großen Knöpfen oder Metallfibeln verschlossen wurden. Die Kleider der Damen waren mit einer Schleppe versehen und ebenfalls in Ober- und Untergewand getrennt.


Als generelle Regel für die historische Mode gilt: Je höher der gesellschaftliche Stand, desto unpraktischer die Kleidung. Damit zeigten hochgestellte Persönlichkeiten ihre Erhabenheit über körperliche Arbeit deutlich an. In der Renaissance trugen die Männer ein Wams mit bauschigen Ärmeln und eine enge Tricothose. Die Zimarra war der übergewandähnliche Mantel jener Zeit, stets warm gefüttert und bei einem reichen Träger mit Pelz verbrämt. Die Schleppen für die Damenkleider wurden abgeschafft, die Taillen der Kleider wurden bis unter den Brustansatz gezogen. Auf pompös ausgestattete Ärmel wurde bei beiden Geschlechtern in den höheren Ständen großen Wert gelegt, so dass diese austauschbar wurden. Zu jedem Gewand konnte man in täglichem Wechsel unterschiedliche Ärmel tragen. Die prachtvollen Untergewänder waren durch die darüber liegenden Mäntel sichtbar, denn seitlich und vorn wurde Schlitze offengelassen. Landknecht trieben es modisch gesehen besonders bunt: Ihre hautenge, farbenfrohe Kleidung wäre selbst in der heutigen Zeit äußerst auffällig.

Vor allem die Adeligen in der Zeit des Barock gaben sich alles andere als modisch zurückhaltend. Die ausladenden Reifröcke der Damen sind aus jener Zeit ebenso bekannt wie die tief ausgeschnittenen Dekolletees. Frauen und Männer trugen imposante Spitze und große Hüte. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde die Silhouette zunehmend schmaler, die Kleidung schlichter. In den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts rutschten die Rocksäume erstmals bis fast zu den Knien, eine Bewegung, die in den sechziger Jahren im Minirock gipfelte.

Wann genau der Pullover erfunden wurde, ist unbekannt. Jedenfalls ist dieses Kleidungsstück heutzutage ein beliebtes, wärmendes Oberteil. Doch auch die Mode des 21. Jahrhunderts beinhaltet noch viele Stilmittel vergangener Zeiten. Bauschige Ärmel und hohe Taillen sind nicht ausgestorben, sie werden nur neu kombiniert. Röcke könne sowohl knöchellang als auch ultrakurz getragen werden. Nur das Bild strumpfhosentragender Männer wäre auf den heutige Straßen sehr gewöhnungsbedürftig.